31. Woche – Alegra Kaczinski: @muclerin

01. – 07. Oktober 2012: @muclerin

Foto: @muclerin

Foto: @muclerin

Wer bist du und was machst du?
Ja also so einfach geht des fei net. Des wär ja langweilig. Mit der Masse meiner Timelines, Chroniken, Header, Profile und Suchergebnisschnipsel im Internet und etwas Zeilenzwischenraum-lesekompetenz lässt sich stattdessen eigentlich ganz gut virtuelles Identitätsmemory spielen. Sehr gerne darf sich dazu während meiner #mucly-Woche oder zu allen anderen fünf Jahreszeit jeder ein paar Real Life-Joker bei mir abholen – denn so audiovisuell haptische Momente sind letztlich doch immer die schönsten, meint ihr nicht auch?

Was verbindet dich mit München? Bist du Münchner Kindl oder Zuagroaster?
Ich bin jetzt mal so dreist und betrachte mich weiterhin als Münchner Kindl. Denn trotz dem in jüngster Zeit aufgekommenen und scheinbar schwelenden Generationenproblem (siehe dazu bspw. Woche 30), bin ich in Minga geboren, war mit zwei Monaten das erste Mal auf der Wiesn, habe mit drei Jahren den Schaum von der Biergartenmaß probieren dürfen, aber doch lieber weiter an Brezn gekaut, mich jahrzehntelang in der tiefsten Sendlinger Hood behauptet und eine handvoll waschechter, sprich generationsfester Münchner zu Freunden, die diesbezüglich immer positiv auf mich abgestrahlt haben. Langt des?

Welchen Stadtteil magst du am Liebsten und warum?
Grenzen sind ja zum Glück meist fließend. So ist das auch in meinem geliebten München, das ja ohnehin nur ein großes, grünes Dorf ist – und wer hat schon mal von einem bezirksmäßig unterteilten Dorf gehört? Letzten Endes hat Gemeinsamkeit doch immernoch drei Buchstaben mehr.

Was sind deine ultimativen München-Tipps?
Auf d’Wiesn gehen, sich im Isarkanal durchs Maria Einsiedel treiben lassen, bei Mini-München mitmachen, sich bei der singenden Eismaschine vor dem Olympiaturm ein Milcheis holen, mit einem Canotto und schwimmfähigen Bierkastn die Isar runterschippern, am Isarufer mit Tegernseer (bzw. bayerischem Bier nach Wahl) und einer feinen Shisha die Sonne genießen, zumindest einmal im Feierwerk versacken und die Nacht durchfeiern, hingegen die Kultfabrik großräumig umgehen, jedes Tollwood mitnehmen, abends durch die leere Kaufinger laufen, Brezn und Obazda in rauen Mengen essen, am Faschingsdienstag auf den Alten Peter steigen und nuntergucken… und so weiter und so fort…
(Anm. d. Verf.: 1. Jede Aktivität sollte möglichst zusammen mit guten Freunden und/oder Familienmitgliedern genoßen werden; 2. Die Reihenfolge ist vollkommen willkürlich und stellt keine chronologische Verpflichtung dar.)

Welcher Twitterer sollte deiner Meinung nach unbedingt bei Munich Loves U mitmachen und warum?.
All die, die schon dran waren. Und die, die noch nicht dran waren. Und am besten auch noch die, die noch gar keinen Twitteraccount haben. Denn die sind mindestens ebensosehr München.

30. Woche – Dorin Popa: @nicebastard

24. – 30. September 2012: @nicebastard

Foto: Dorin Popa

Wer bist du und was machst du?
Oft wird mein Name für ein Pseudonym gehalten, aber ich heiße tatsächlich Dorin Popa. Wenn ich mich mit Dorin im Wiesnzelt vorstelle, hakt die Kommunikation von Anfang an. Als Autorenzeile ist es dagegen eingängig, weshalb ich als Schreiberling vielleicht auch erfolgreicher bin denn als Tischkumpan. Richtig gelernt habe ich den Journalismus nie. Kein Studium, keine Journalistenschule, kein Volontariat, sondern vom Gymnasium an einfach gemacht. Weshalb ich nun schon über dreißig Jahre im Printbereich arbeite. In die digitale Parallelwelt bin ich dagegen erst recht spät, 2007, gerutscht, blogge, twittere, flickre dafür aber um so begeisterter.

Was verbindet dich mit München? Bist du Münchner Kindl oder Zuagroaster?
Wie der seltsame Name schon vermuten läßt, bin ich Ausländer, das Kind politischer Flüchtlinge aus Rumänien, selbst aber hier geboren. Die erste Generation, und damit zwar ein gebürtiger Münchner, mangels Ahnengalerie aber kein echter Münchner. Deutsch habe ich erst auf der Straße gelernt, mein erstes Wort war „Polizei“ und auch sonst hatte ich als Staatenloser ein eher distanziertes Gefühl gegenüber dieser sogenannten Heimat, bis ich 1982 das erste Mal nach Berlin zog und erst in der preußisch-protestantischen Diaspora meine Münchner Identität erkannte. 2000 kehrte ich hierher zurück. Nicht zuletzt weil Berlin eine – im negativen Sinne – Münchenisierung durchgemacht hatte, nur ohne den bayrisch-barocken Charme. Und München eine – im positiven Sinne – Berlinisierung erlebte.

Foto: Dorin Popa

Welchen Stadtteil magst du am Liebsten und warum?
Das „gefühlte Schwabing“ – jenes Karré, das im Grunde zur Maxvorstadt zählt, von den meisten, sogar der „Süddeutschen Zeitung“ irrtümlich für Schwabing gehalten wird, im Parkraumbewirtschaftungsamtsdeutsch Akademieviertel heißt, und von mir Universität genannt wird. Hier ist München Großstadt. Laut, lebhaft, von Studenten geprägt, aber nichtsdestotrotz von jung und alt, Münchnern und Zuagroasten bewohnt, mit einer weitgehend intakten Infrastruktur. Es ist fast wie im Dorf, jeder kennt jeden, und manchmal kam ich wochenlang nicht aus dem Univiertel heraus.

Foto: Dorin Popa

Was sind deine ultimativen München-Tipps?
Die erste Regel des Reporter-Club lautet, daß man nie seine Geheimtipps verrät! Schließlich will man sie weiter selbst auskosten und nicht Fremden überlassen. Zwei methodische Ansätze kann ich aber teilen. Ich versuche, nie denselben Weg zu nehmen, sondern stattdessen jedesmal eine Variation auszuprobieren. Eine Parallelstraße nehmen, eine andere Route, um immer einen möglichst breiten Radius abzudecken. So entdecke ich bereits im Alltag ständig neues.
Die große Kunst besteht aber darin, sich hier in München wie ein Tourist zu benehmen. Heimat ist, wo man nicht ins Museum geht. Nur warum lieben wir es, zu verreisen? Weil man sich da treiben läßt, Neues entdeckt, mit offenem Blick unterwegs ist. Das funktioniert auch daheim. Mal nicht ins Stammcafé gehen, im Lieblingskiez abhängen, immer dieselben Leute treffen, sondern einen neuen Stadtteil ausprobieren, morgens aufbrechen, aufs Geradewohl herumflanieren und sich treiben lassen.

Welcher Twitterer sollte deiner Meinung nach unbedingt bei Munich Loves U mitmachen und warum?
Natürlich @katikuersch, denn was Uschi Obermaier für das Schwabing der sechziger Jahre darstellte, verkörpert Katarina für die Twitter-Generation – nur mit mehr Köpfchen.

29. Woche – Maren Martschenko @zehnbar

17. – 23. September: zehnbar

Wer bist du und was machst du?

Foto: Maren Martschenko

Ich heiße Maren und arbeite als Chief Enthusiasm Officer in München. Ich mache Menschen zu Marken und helfe Unternehmen, die kein Geld und keine Zeit für Marketing haben, alles zu verkaufen, was man nicht anfassen und ausprobieren kann: Dienstleistungen, Innovationen, Wissen, Kreativität. Ich habe eine  große Begeisterung für das, was kleine Unternehmen tun, für guten Espresso, fürs Kühe Malen, fürs Wandern, für Social Media in Wort und Bild.

Was verbindet dich mit München? Bist du Münchner Kindl oder Zuagroaster?

Ich bin nach München gezogen als ich fünf Jahre alt war und dankbar dafür. Bis dahin hatte meine Familie keine Wurzeln. Das hört man an meinem „Sound of everywhere“ wie ein Twitterer meinen nicht vorhandenen Dialekt einmal genannt hat. In München habe ich Wurzeln geschlagen. München bedeutet für mich Heimat. Es gibt für mich keine schönere Stadt. Ich mag das italienische Flair der Straßencafés, den bayerischen Dialekt, den man allerdings immer seltener hört. Die Berge und Seen vor der Tür, die Oper und die Museen. Wer in München aufgewachsen ist kennt irgendwo immer irgendwen um eine Ecke. Ich mag an München, dass es ein Dorf mit den Vorzügen einer Großstadt ist.

Foto: Maren Martschenko

Welchen Stadtteil magst du am Liebsten und warum?

 Am liebsten mag ich Haidhausen mit seinen kleinen Geschäften, Restaurants und Straßen. Hier gibt es einen bayerischen Japaner, das Nomiya, den Grenzgänger unter den Espressohändlern, den Friseur meines Vertrauens  und zwei meiner Lieblingscafés, das Cafe Solo und das kosy*s.

 Was sind deine ultimativen München-Tipps?

Ein Spaziergang vom Odeonsplatz mit Abstecher beim Tambosi und dort einen der großartigen Kuchen zum Kaffee genießen, über den Hofgarten schlendern, dort eine Runde Boule spielen, dem Musiker im Pavillon lauschen, dann im Haus der Kunst eine Ausstellung besuchen, vorbei am Eisbach, den Surfern zuschauen und schließlich beim Fräulein Grüneis einen kleinen Imbiss einnehmen.

 Welcher Twitterer sollte deiner Meinung nach unbedingt bei Munich Loves U mitmachen und warum?

War @missesdelicious schon dran? Die darf nicht fehlen. Ansonsten glaube ich, waren meine Münchner Lieblingstwitterer alle schon dran… Ich fände es mal spannend, wenn ein Münchner für München twittert, der oder die noch nie getwittert hat. Ein Marktfrau vom Viktualienmarkt, ein Biss-Verkäufer, ein Trambahnfahrer. Die sind in München noch einmal ganz anders vernetzt.

28. Woche – Sabine @siktwin

10. bis 16. September: @siktwin

Wer bist du und was machst du?

Foto: siktwin

Ich bin Sabine, bei Twitter als @siktwin bekannt. Meinen Lebensunterhalt verdiene ich in einer PR-Agentur, meine Passion ist momentan aber das Backen! Mittlerweile lasse ich sogar die Sonne von der Hofpfisterei links liegen und backe mich durch sämtliche Backforen und -Blogs, die ich so finde.

Was verbindet dich mit München? Bist du Münchner Kindl oder Zuagroaster?

Zuagroaste – wie der Großteil, der bisher für dieses Projekt getwittert hat. Mit München hat mich nie was verbunden, und eigentlich wollte ich auch nie hierher. Dann kam die Jobzusage, ich zog nach Schwabing, und jetzt will ich nicht mehr weg.

Welchen Stadtteil magst du am Liebsten und warum?

Schwabing! Hier hatte ich meine erste Wohnung, hier habe ich mich in München verliebt, und hierher komme ich immer gerne zurück. Warum? Weil es schön ist, weil es sowohl Ruhe als auch pulsierendes Leben gibt, und weil ich mich in Schwabing einfach wohl fühle. Auch wenn ich mittlerweile woanders wohne. 🙂

Was sind deine ultimativen München-Tipps?

Am besten @MunichLovesU folgen! Seit ich das mache, habe ich nämlich festgestellt, dass ich gar keine Ahnung von München habe und gefühlt NICHTS kenne. Aber dank der Zusammenfassungen auf storify kann ich alles in den nächsten Jahren abarbeiten.

Welcher Twitterer sollte deiner Meinung nach unbedingt bei Munich Loves U mitmachen und warum?

Och, wir hatten schon so viele tolle Twitterer, und ich weiß, dass davon noch viel mehr kommen. Deshalb freue ich mich auf alle, die noch kommen!

27. Woche – Julia @juliefahrenheit

3. bis 9. September 2012: @juliefahrenheit

Wer bist du und was machst du?

Ich bin Julia. Oder Juli oder Julie, ich kann mich schlecht entscheiden. Als Juli arbeite ich hier in München beim Radiosender egoFM und moderiere die Nachmittagssendung von 16 bis 20 Uhr. Julie bin ich bei Twitter @juliefahrenheit und auf meinem Blog  und als Julia lebe ich seit gut einem Jahr hier in München, seit ein paar Monaten ausgestattet mit dem besten Hund der Welt: Elliott.

Was verbindet dich mit München? Bist du Münchner Kindl oder Zuagroaster?

Ich bin neu hier, auch wenn es jetzt schon ein Jahr und vier Monate sind. Meine Stationen bisher waren: Brandenburg/Havel, Dresden, Leipzig und New York, nicht logisch, aber eine sehr gute Reise. Dann stand die Entscheidung an: Berlin oder München und ich muss sagen, bisher hat mich die Stadt meine Wahl nicht bereuen lassen. Auch wenn ich vor meinem Umzug nur einen verregneten Vormittag hier verbracht hatte, von allen Seiten wurde immer nur Gutes über München an mich herangetragen: dass es eben nicht versnobt und langweilig und spießig sei, was meistens ja auch stimmt.

Welchen Stadtteil magst du am Liebsten und warum?

Ich wohne in Neuhausen und auch wenn das keine bewusste Entscheidung war („Provisionsfreie Wohnung? Nehm ich!“), liebe ich mein Viertel. Um den Rotkreuzplatz gibt es alles, was man braucht, die Menschen sind super, der Olympiapark ums Eck und in die Innenstadt braucht‘s auch nur ein paar Minuten. Wenn ich das nächste Mal umziehe, suche ich aber definitiv auch in Haidhausen und der Au. Die Isar nebenan zu haben, stelle ich mir sehr toll vor.

Foto: @juliefahrenheit

Was sind deine ultimativen München-Tipps?

Da ich noch immer am Entdecken bin, ist für mich alles ultimativ und auch noch ein bisschen touristisch, ich gebe es zu. Zum Beispiel eine Brezn von Karnolls am Viktualienmarkt, Joggen am Nymphenburger Schlosskanal, mit Elliott durch den Englischen Garten/den Olympiapark/an der Isar entlang. Ich liebe den Taxisgarten bei mir um die Ecke, das Café Neuhausen und mit dem Fahrrad immer neue Strecken zur Arbeit zu fahren um Neues zu entdecken.

Welcher Twitterer sollte deiner Meinung nach unbedingt bei Munich Loves U mitmachen und warum?

Meine Lieblingstwittermünchner sind @happyschnitzel, @missdelicious und @karummms.